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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Kopf und Zahl. Geschichte des Geldes in Schlesien.
Ausstellung 13.4.2019 - 23.2.2020

„Über Geld spricht man nicht“ heißt eine bekannte Redewendung, an die sich viele Menschen halten. Obwohl es so viel Interessantes über Geld zu sagen gibt! Das Schlesische Museum wird 2019 erstmals seinen reichen Schatz an
Münzen und Medaillen aus acht Jahrhunderten in den Mittelpunkt einer Ausstellung rücken und dabei politische, wirtschaftliche und kulturhistorische Aspekte des Geldes auffächern.

Hier geht es um Münzrecht, Währungen und Wert sowie um frühere Lohn- und Preisverhältnisse: Die Münzprägung war ein begehrtes Privileg, das vom König vergeben wurde. In Schlesien prägten bis ins 18. Jahrhundert hinein neben dem böhmischen König die schlesischen Fürsten, Bischöfe von Breslau und Ständegemeinschaften eigene Münzen. Die wichtigste Münzstätte befand sich in Breslau, aber auch in Städten wie Liegnitz, Oppeln oder Glatz wurden Geldstücke hergestellt. Dabei war Geld nicht gleich Geld! Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurden in Schlesien neben regionalen Münzen auch überregionale Einheiten gehandelt. Sehr verbreitet war zum Beispiel der Prager Groschen des böhmischen Königs.

Münzen und Scheine waren jedoch nicht nur als Tauschobjekte, sondern auch wegen ihrer kunstvollen Gestaltung begehrt. Geld wurde als Repräsentationsmittel und Sammlerstück geschätzt – so sehr, dass es in Schmuckstücke oder Gefäße wirkungsvoll eingefasst wurde. Aus der Kunst der Geldprägung entwickelte sich schließlich die Medaillenkunst, die in der Ausstellung mit eindrucksvollen Beispielen aus Schlesien vertreten sein wird.

Auch einen Schatz gibt es zu sehen! Gezeigt wird der große Münzfund von Krausendorf/ Dębrznik der im Muzeum Tkactwa w Kami-ennej Górze/Webereimuseum in Landeshut i.S. aufbewahrt wird. Der aus über 6000 Münzen des 15. und 16. Jahrhunderts bestehende Fund kann dank der Förderung durch den Kleinprojektefond von INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020 zu einem bedeutenden Teil konserviert und präsentiert werden.

Michalina Cieslicki / Martina Pietsch