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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Ein Wort des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

zum Jahresende machen wir noch einmal richtig Tempo: drei Ausstellungseröffnungen in sieben Wochen – ein solches Trommelfeuer an Vernissagen hat es bei uns noch nie gegeben. Seit dem 18. Oktober lässt sich in der von Johanna Brade einfühlsam gestalteten Ausstellung über Alexander Camaro verfolgen, wie Erinnerungen an das Breslau den im Nachkriegsdeutschland sehr erfolgreichen Künstler sein Leben lang inspirierten. Ein 700 Jahre älteres Kunstwerk, der „Breslauer Psalter“, vielleicht die schönste Bilderhandschrift des schlesischen Mittelalters, ist seit dem 2. November in einem täuschend echt gestalteten Faksimile des Quaternio Verlags, Luzern, zu bestaunen und sogar anzufassen: man glaubt, beim Durchblättern der Seiten das Pergament rascheln zu hören. Schließlich ab dem 7. Dezember werden Sie Silber von Lemor, der legendären Silberwarenfabrik in Breslau, präsentiert von Martin Kügler, in Hülle und Fülle genießen können.

Derweil sind wir in Gedanken schon im neuen Jahr. Ab 13. April heißt es „Kopf und Zahl“. Martina Pietsch und unsere Volontärin Michalina Cieslicki erzählen die Geschichte des Geldes in Schlesien und geben bei dieser Gelegenheit einen Einblick in unsere reiche, bisher ein wenig vernachlässigte numismatische Sammlung. Um Geld, viel Geld geht es auch bei einem Vorhaben, das uns in diesen Tagen umtreibt (und bis in die Träume verfolgt). Wir schwitzen gerade an einem Antrag im Rahmen des INTERREG-Programms der Europäischen Union, einer ebenso mühseligen wie – im Erfolgsfall – lohnenden Arbeit. Es geht hierbei um die Finanzierung der von uns geplanten Präsentation zur Geschichte Schlesiens nach 1945 als Ergänzung unserer ständigen Ausstellung. Unser Partner, der Nationalpark Riesengebirge in Hirschberg/Jelenia Góra, verfolgt ein noch ehrgeizigeres Ziel: den Aufbau eines Informations- und Dokumentationszentrums zu Natur und Geschichte des Riesengebirges an seinem künftigen Verwaltungssitz, dem alten Amtsschloss der Schaffgotsch in Hermsdorf/Sobieszów. Gemeinsam wollen wir Ausstellungen, Tagungen, Abendveranstaltungen, Schülerprojekte organisieren  – alles in allem ein gewaltiges Unterfan-gen, das uns jahrelang in Atem halten wird. Aber zunächst muss unser Antrag der kritischen Beurteilung streng prüfender Kommissionen standhalten und bewilligt wer-den. Drücken Sie uns die Daumen!

Unsere Museumspädagogin Sylvia Wackernagel will sich beruflich neu orientieren und hat uns zum 1. November verlassen. Mir tut das sehr leid, denn Frau Wackernagel war eine kreative, eigenwillige und äußerst umtriebige Mitarbeiterin. Sie hat der Museumspädagogik neuen Schwung gegeben und ganz neue Besuchergruppen für das Museum erschlossen. Es ist schön, dass sie in ihrem neuen Tätigkeitsfeld als Lehrerin in Görlitz bleibt. So habe ich die Hoffnung, dass wir auf andere Weise weiter zusammenarbeiten können.

Sie sehen, es geht gerade recht turbulent bei uns zu. Weihnachtliche Stille zeichnet sich noch nicht ab. Aber sie kommt bestimmt. Und darauf freut sich schon

Ihr Markus Bauer