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Die deutsch-polnische Publikation "Grenz- und Zufluchtskirchen Schlesiens“ von Lars-Arne Dannenberg et al., erschienen 2012 im Via Regia Verlag, ist bis heute das Standardwerk zum Thema. 

Donnerstag, 7. Februar 2019, 18 Uhr
Schlesien erfahren #2

Grenz- und Zufluchtskirchen für evangelische Schlesier in der Oberlausitz. Ein Vortrag von Margrit Kempgen.

Nachdem das Jahr 2017 im Zeichen des Reformationsjubiläums stand, wurde 2018 unter anderem an den 400. Jahrestag des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges erinnert, dessen langfristige Folgen für Schlesien nun das nächste Thema in der Reihe "Schlesien erfahren" sind. Oberkonsistorialrätin Margrit Kempgen (Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien) hält am Donnerstag, den 7. Februar 2019 um 18:00 Uhr im Schlesischen Museum zu Görlitz einen Vortrag zu Grenz- und Zufluchtskirchen für evangelische Schlesier in der Oberlausitz und leitet am Samstag, den 9. Februar 2019 eine Exkursion zu ausgewählten Kirchenbauten in der jetzt polnischen Oberlausitz.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg und der anschließenden Rekatholisierung der schlesischen Erbfürstentümer wurde den evangelischen Christen ihre freie Religionsausübung untersagt. Die Grenz- und Zufluchtskirchen waren die Antwort darauf. Es waren – bereits bestehende oder neu errichtete – evangelische Gotteshäuser in grenznahen Gebieten Schlesiens, so auch in der Oberlausitz, in denen die evangelischen Christen des Landes an evangelischen Gottesdiensten teilnehmen konnten. Ihre Bedeutung verloren sie Mitte des 18. Jh. nachdem den evangelischen Schlesiern die freie Religionsausübung und der Bau von neuen Kirchen und Bethäusern innerhalb des mittlerweile preußisch gewordenen Schlesiens gewährt wurden.

Als kirchliche Bauwerke mit außergewöhnlichem Schicksal dokumentieren die Grenz- und Zufluchtskirchen die Konfessionskonflikte Schlesiens im 17. und 18. Jh. Zusammen mit den Friedens- und Gnadenkirchen symbolisieren sie das evangelische Schlesien. Im heutigen Schlesien leben nach dem durch den Zweiten Weltkrieg verursachten Bevölkerungsaustausch nur wenige evangelische Christen. Die meisten Kirchen werden für römisch-katholische Gottesdienste benutzt. Auch wenn ihre Ausstattung weitgehend verloren ging, erinnern heute dennoch zahlreiche Spuren an Reformation, Gegenreformation und die konfessionellen Konflikte dieser Zeit.

(Nach: „Grenz- und Zufluchtskirchen Schlesiens“ von Lars-Arne Dannenberg et al., Via Regia Verlag 2012)

Termin: 7.02.2019 um 18 Uhr im Schlesischen Museum zu Görlitz. Eintritt 3 €.

Hinweis: Am 9. Februar 2019 leitet Margrit Kempgen eine Exkursion zu den ausgewählten Kirchenbauten in der polnischen Oberlausitz.