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Rosemarie, Zeitzeugin ©Susanne Hakuba 

Postkarte von Reichenbach vor 1945 

Die Synagoge heute ©Rafael Blau 

Montag, 5. Februar 2018, 19 Uhr 

Vortrag
Geschichte und Fotographie: ein Zeitzeugenprojekt zur jüdischen Geschichte in Reichenbach/Dzierzoniow

Die Fotografin Susanne Hakuba und die Historikerin Ruth W. Geall aus London beschäftigen sich mit der Migrationsgeschichte der Stadt Reichenbach/Eulengebirge, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst Rychbach hieß und später umbenannt wurde und seitdem Dzierżoniów heißt. Hinter diesem zweifachen Namenswechsel nach 1945 verbirgt sich die besondere Geschichte der jüdischen Gemeinde dieser schlesischen Stadt.
Die Vorfahren von Ruth Geall sind Teil davon und über die Tagebuchaufzeichnungen ihrer Großmutter ist sie auf die besondere Geschichte dieser kleinen jüdischen Gemeinde gestoßen, die angesichts der nationalsozialistischen Verfolgung durch Verkauf ihres Gotteshauses die Synagoge vor der Zerstörung während der Reichspogromnacht 1938 retten konnte. Nach Ende des Krieges wurde die Synagoge zum Zentrum einer großen Gemeinde polnischer Juden, die auf unterschiedliche Weise den Holocaust überlebt hatten. Ihre Sprache war jiddisch – so wurde aus Reichenbach Rychbach. Im Juli 1946 lebten über 15.000 Juden in der Stadt. Diese neue Blühte jüdischen Lebens war von kurzer Dauer, was mit  antisemitischen Pogromen in Nachkriegspolen und der politischen Entwicklung in den neuen polnischen Westgebieten zusammenhing.
Ausgehend von dieser Geschichte wollen Susanne Hakuba und Ruth Geall in einem Zeitzeugenprojekt die verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Einzelschicksale zeigen, die mit der Geschichte der Stadt vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden sind. Einige Gespräche haben sie bereits geführt und historische Fotographien, Dokumente und Zeugnisse gesammelt. Im Ergebnis sollen eine Ausstellung und ein Buch entstehen. In Dzierżoniów arbeiten sie mit Schulen zusammen und die Schüler/innen sind eingeladen, ihre eigene Familiengeschichte zu erforschen. Die Synagoge ist heute ein Bildungs- und Kulturzentrum geführt durch die private Stiftung „Beteinu Chaj – Unser Haus lebt“.  

Eine Veranstaltung der Kulturreferentin für Schlesien
Montag, 5. Februar 19 Uhr
Eingang Fischmarkt
Eintritt frei