Seiten in anderer Sprache:

Druckansicht aufrufen:

Suchbegriff eingeben:

Hauptnavigation:

Unternavigation:

 

Die Publikation „Die deutsche Minderheit in Polen und die kommunistischen Behörden 1945–1989“ unter der Redaktion von  Adam Dziurok,  Piotr Madajczyk und Sebastian Rosenbaum entstand im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts des Institutes für Nationales Gedenken Kattowitz zum Wirken des polnischen Geheimdienstes gegenüber nationalen und ethnischen Minderheiten sowie Ausländern und stellt die Wahrnehmung der deutschen Minderheit seitens der neuen Machthaber, deren Politik in Bezug auf diese Bevölkerungsgruppe, Propaganda und Unterdrückungsmaßnahmen dar. Auch Fragen der Kultur- und Bildungspolitik sowie die Rolle der deutschen Minderheit in den deutsch-polnischen Beziehungen werden beleuchtet. Die Beiträge im Band entstammen einer Konferenz zum Thema „Die kommunistischen Behörden gegenüber der deutschen Bevölkerung in Polen in den Jahren 1945–1989", die am 28. und 29. November 2013 in Gleiwitz stattgefunden hat.

 

Humboldstraße Zwei - Neuer Schlesien-Roman

Der Erstroman von Harald Gersterkamp „Humboldstraße Zwei“, erschienen im Tredition-Verlag, beschreibt das Schicksal einer schlesischen Familie zwischen 1934 und 2014.

Erich Plackwitz ist in den Dreißiger Jahren als Richter am Amtsgericht in Jauer tätig. Er verachtet Hitler und den Nationalsozialismus, dennoch muss er hilflos zusehen, wie sich Deutschland vom Rechtsstaat immer mehr zum Unrechtsstaat entwickelt. Seine Tochter Elise liebt ihr Elternhaus in der Humboldtstraße Nr. 2, doch muss sie es nach Schule, Studium in Breslau und Flakhelferinneneinsatz aufgeben. Nach dem Krieg fasst sie in Westdeutschland Fuß, macht eine Ausbildung und gründet eine Familie. Doch die Sehnsucht nach Schlesien brodelt weiter in ihr. Ihr Sohn Andreas kann das nicht nachvollziehen. Erst als seine Mutter alt ist und mit einer tödlichen Diagnose konfrontiert wird, beginnt er sich für ihre Lebensgeschichte zu interessieren. Ein altes Kriegstagebuch der Mutter hilft dabei. Zugleich verspürt er Ängste, die er sich nicht erklären kann.

„Humboldtstraße Zwei’ ist keine Autobiografie aber es gibt Parallelen zum Leben meiner Mutter, die genauso wie die Hauptfigur im Roman im niederschlesischen Jauer geboren wurde und dort aufwuchs. Dazu kommt natürlich, dass ich versucht habe, die Lage vor und während der Vertreibung in Schlesien exakt zu recherchieren, damit die Geschichte glaubwürdig ist. Tatsächlich stimmen viele Rahmenbedingungen und auch die Orte der Handlung mit der Wirklichkeit meiner Familie überein, beispielsweise war mein Großvater tatsächlich Amtsrichter in Schlesien. Bei der Recherche zum Buch habe ich auch Unterlagen aus dem Nachlass meiner Familie benutzt“, so Harald Gersterkamp, Redakteur beim  Deutschlandfunk in Köln.

Harald Gersterkamp ist Autor zahlreichen Veröffentlichungen in Sachbüchern und Prosa-Erzählungen. Er ist auch Mitbegründer der  Galerie 62 mit zeitgenössischer Kunst in Bonn-Plittersdorf. Am 25. Januar liest er aus „Humboldtsraße Zwei“ in der Martin-Opitz-Bibliothek, Berliner Platz 5, in Herne. Begin ist um 19:00 Uhr.

 

 

Freitag, 20.10., 18 Uhr (Eingang Fischmarkt 5)
Buchvorstellung von Christian Henke:
Schöpse-Christel. Ein schlesischer Bekenntnis- und Entwicklungsroman von J. M. Avenarius
Christian Henke hat im Dresdner Neisse-Verlag den einzigen Roman des vor allem als Maler und Graphiker bekannten Künstlers Johann Maximilian Avenarius (1887-1954) herausgegeben. Fast dreizehn Jahre arbeitete Avenarius an seinem "Schöpse-Christel", einem liebevollen Bekenntnis zu den Tugenden und Untugenden, den Eigenheiten und Eigenwilligkeiten der Bewohner seiner schlesischen Heimat und insbesondere seines Geburtsortes Greiffenberg (Gryfów Śl.). Zu Lebzeiten des Autors konnte das Buch nicht erscheinen. Die verhinderte Publikationshistorie ist zugleich ein Stück Kultur- und Zeitgeschichte, worüber Christian Henke in einem mit Fotos und Dokumenten reich ausgestatteten Vortrag berichten wird.

- Eine Veranstaltung der Kulturreferentin und des Neisse-Verlags
- Eintritt: 3 Euro

 

Schlesische Erfahrungswelten. Lesung und Gespräch mit dem Autor Matthias Nawrat

Haus Schlesien, Königswinter, 29. November, 19 Uhr

Opa Jurek eröffnete nach dem Krieg im oberschlesischen Oppeln/Opole ein Lebensmittelgeschäft und steigt im Laufe seines bewegten Lebens bis zum Kaufhausdirektor auf. An seinem Leben davor, dazwischen und danach entfaltet sich eine deutsch-polnische Geschichte zwischen Kindheit und Alltag, Politik und Kriegserfahrung und einer Menge Humor. Matthias Nawrat lässt in seinem Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ die Hauptfigur in 32 Episoden seine Familien- und Lebensgeschichte erzählen, zwischen der Kindheit in Warschau, der Gefangenschaft in Auschwitz, dem Heimisch werden in Oppeln und Polens Aufbruch nach 1989. Die Geschichte des schlesischen Oppeln und Jureks Verwandtschaft in Deutschland bieten eine Reihe autobiographische Anknüpfungspunkte aus dem Leben des Autors.

Matthias Nawrat wird aus seinem neusten Roman und weiteren Texten lesen und im Anschluss mit uns über die Komplexität (ober-)schlesischer Erfahrungswelten ins Gespräch kommen.

Matthias Nawrat wurde 1979 im oberschlesischen Oppeln/Opole geboren. Mit zehn Jahren zog er mit seiner Familie nach Bamberg. Er studierte Biologie in Freiburg/Br. und Heidelberg sowie Literatur am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Nawrat lebt in Berlin. Für seinen Debüt-Roman „Wir zwei allein“ (2012) erhielt er verschiedene Auszeichnungen, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman „Unternehmer“ (2014) wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Kelag-Preis und Bayern2-Wortspiele-Preis gewürdigt. In seinem dritten Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ (2015) begibt sich Nawrat an seinen Geburtsort und erzählt ein polnisch-schlesisches Familienepos. Er erhielt u.a. den Bremer Literaturpreis und die Alfred-Döblin-Medaille.

Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, Königswinter

Karten 5 € / 2,50 € über T 02244 - 88 60,  kultur(at)hausschlesien.de
oder an der Abendkasse

Eine Veranstaltung von HAUS SCHLESIEN, Literaturhaus Bonn, Literatur im Siebengebirge e.V. und dem Kulturreferenten für Oberschlesien.