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Krippe aus den 1960er Jahren, Ethnographisches Museum Breslau  

Piernikarnia Śląska in Niemcza Pfefferkuchen im lebendigen Museum 

 

Samstag, 27.01.2018

Weihnachtskrippen und Pfefferkuchen in Schlesien

Die Kulturreferentin für Schlesien lädt gemeinsam mit dem Krippenverein Schirgiswalde e.V. am Samstag, den 27. Januar zu einer Busexkursion zum Zisterzienserkloster Heinrichau/Henryków und in die benachbarte frühere Kreisstadt Münsterberg/Ziębice ein. Zurück führt der Weg über die die Wallfahrtskirche Bobolice (Kaubitz) und die „Schlesische Pfefferkuchenbäckerei“ in Nimptsch/Niemcza. 

Die Zisterzienserabtei Heinrichau war nach der Klostergründung Leubus die zweite Niederlassung des Ordens in Niederschlesien und geht zurück auf das Jahr 1222. Die Heinrichauer Zisterzienser übernahmen zum Ende des 13. Jahrhunderts hin Kloster Grüssau von den Benediktinern und vermehrten den Klosterbesitz. Heute imponieren die drei Klosteranlagen Leubus, Heinrichau und Grüssau durch das Ausmaß der barocken Umgestaltung und Ausstattung. Das Kloster Heinrichau verblieb seit der Säkularisierung 1810 in weltlicher Hand bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, als der Breslauer Erzbischof und Kardinal Henryk Gulbinowicz die Gebäude für Zwecke der Diözese Breslau vom Staat übernahm. Verschiedene katholische Schulen, das erste Jahr des Breslauer Priesterseminars  und Einrichtungen der Caritas nutzen die Gebäude. Einzelne Säle sind für die Besichtigung freigegeben. Herausragend ist die später erweiterte gotische Stiftskirche mit ihrem imponierenden Eichen-Chorgestühl und Gemälden von Michael Willmann. Hier hat sich auch eine Krippe mit Figuren des berühmten Glatzer Bildhauers Michael Klahr der Ältere (1693 – 1742) erhalten, ergänzt um spätere Figuren. 
In der Kirche befinden sich die Grabplatten des Piastenherzogs Bolko II (1300-1341) und seiner Frau Jutta, der das Fürstentum Münsterberg durch Erbteilung erhalten hatte und mehrfach erfolgreich gegen tschechische Angriffe verteidigte, bevor er sich der böhmischen Krone unterwarf. Die Stadt Münsterberg macht heute einen traurigen Eindruck. Als Kleinstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern leidet sie unter fehlenden Investitionen und Abwanderung. Die Altstadt beeindruckt durch ihre Geschlossenheit und bietet einige sehenswerte Baudenkmäler. Im historischen Rathaus ist das Heimatmuseum der Stadt (1931 gegründet) untergebracht, das sich seit den 1970er Jahren auf Haushaltsgeräte spezialisiert und sich mit der größten Sammlung von historischen Bügeleisen in Polen rühmt. Bedeutender sind mittelalterliche Heiligenfiguren aus Kirchen des Fürstentums und die Sammlung des gebürtigen Münsterberger Kunstmalers Joseph Langer (1865-1918). Darstellungen zur Geschichte der Stadt von Alfred Gottwald aus dem Jahr 1927 haben sich im Treppenhaus des Rathauses erhalten. Über dem Marktplatz ragt die Stadtpfarrkirche St. Georg und Maria mit kürzlich restauriertem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs, das als Kreuzigungsszene aus Tonkeramik dargestellt ist. Von den historischen Stadttoren hat sich nur das Patschkauer Tor erhalten, verbunden mit Resten der Stadtmauer. Münsterberg hatte eine kleine, aber bedeutende jüdische Gemeinde und das Gebäude der Synagoge hat überlebt.
20 km entfernt an der Einfahrt zur Kreisstadt Frankenstein Schl./Ząbkowice Śl. liegen die zusammengelegten Dörfer Schräbsdorf und Kaubitz – heute Bobolice/Kaubitz. Das Schloss und Land gehörte bis 1945 der Familie von Strachwitz. Die Wallfahrtskirche in Kaubitz überragt mit ihren Türmen das hügelige Bergvorland. Die äußerlich schlichte Kirche, die auf einen Bau aus dem 15. Jahrhundert zurückgeht, überrascht im Inneren durch barocke Altäre und ein nachträglich gestaltetes elipsenförmiges Kirchenschiff. Seit 12 Jahren baut der Pfarrer mit seiner Gemeinde eine Krippenlandschaft in den Altarraum, die Jung und Alt anzieht.
Wenige Kilometer weiter erreichen wir die Nationalstraße Nr. 8, die uns auf direktem Wege (16 km) nach Nimptsch-Niemcza führt. Hier interessiert uns weniger die historische und leider vernachlässigte Altstadt mit der Burg, wo die Hl. Hedwig gerne zu Besuch war, sondern eine junge Initiative: das lebendige Museum „Piernikarnia Śląska“ – schlesische Pfefferkuchenbäckerei.  Karolina Klimek ist Kunsthistorikerin und aus ihren Forschungen über die Geschichte des Pfefferkuchens in Schlesien wurde eine Bildungs- und Geschäftsidee: mit ihrem Mann baute sie ein verfallenes Gehöft neu auf und führt seitdem vor allem mit Kindern und Jugendlichen Workshops durch, bei denen geknetet, geformt und gebacken wird.

Ein Angebot der Kulturreferentin in Kooperation mit dem Krippenverein Schirgiswalde e.V. und Görlitz-Tourist

Abfahrt ab Görlitz: 8.00 Uhr , Rückkehr: 19 Uhr 

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